Doppelte Haushaltsführung 2019 & 2020

Hallo und herzlich Willkommen auf der Infoseite zur Doppelten Haushaltsführung.

Sie pendeln auch aus beruflichen Grün­den zwischen zwei Haushalten? Dann ist es an der Zeit, sich einen großen Teil der Mehrauf­wendun­gen über die Steuer wieder zurückzuholen!

Welche Grundvoraussetzungen bei einer Doppelten Haushaltsführung vorliegen müssen, kön­nen Sie unter dem Menüpunkt Voraussetzungen nachlesen. Unter Abziehbare Werbungskosten informieren wir Sie dann, welche einzelnen Aufwendungen Sie im Detail steuer mindernd absetzen können.

Sie haben Fragen zu Ihrem ganz persönlichen Sachverhalt und wollen diesen unverbindlich und ohne weitere Verpflichtungen mit einem Experten besprechen? Dann nutzen Sie doch unser Spezialwissen und kontaktieren Sie uns! Einzelheiten hierzu fin­den Sie unter Persönliche Hilfe (kostenfrei).

Die Vorteile einer Kooperation mit unserer Kanzlei haben wir unter Zusammenarbeit (Mehrwert) aufgelistet.

Zu guter Letzt lässt sich mit unserem Berechnungstool schon mal vorab grob ermitteln, welches Steuersparpotential bei einer erfolgreich umgesetzten Doppelten Haushaltsführung realisiert werden kann.

Doppelte Haushaltsführung? Steuerkanzlei Bauerfeind!

Die Voraussetzungen für eine doppelte Haushaltsführung sind:

1. Eigener Hausstand am heimischen Wohnort

Der eigene Hausstand am heimischen Wohnort setzt folgende drei Bedingungen voraus:

Ein eigener Hausstand liegt nur dann vor, sofern alle drei Bedingungen gleichzeitig erfüllt werden.

1.1. Hauptwohnung

Bei der Hauptwohnung muss es sich um eine eigenständige Wohnung handeln, die der Arbeitnehmer aus eigenem Recht als Eigentümer oder Mieter nutzt. Ein gemeinsames oder abgeleitetes Nutzungsrecht mittels Ehegatte, Lebenspartner oder Mitbewohner ist ebenfalls zulässig, wird aber von der Finanzverwaltung erfahrungsgemäß sehr streng abgeprüft.

Ob die bisherige BFH-Rechtsprechung hinsichtlich einer Wohngemeinschaft mit Eltern (Stichwort "Mehrgenerationenhaushalt") auch künftig Bestand haben wird, ist derzeit noch unklar. Nach unserer Meinung kann nur dann ein eigener Hausstand mit den Eltern begründet werden, sofern ein gleichberechtigtes "haushalten" mit dem Eltern vorliegen sollte (= auf gleicher Augenhöhe, demnach kein Ober-/Unterordnungsverhältnis).

1.2. Kostenbeteiligung an der Haushaltsführung für die Hauptwohnung

Als zweite Voraussetzung für den eigenen Hausstand kommt nun das Merkmal der Kostenbeteiligung an der Haushaltsführung für die Hauptwohnung hinzu.

Die finanzielle Beteiligung an den Kosten der Haushaltsführung ist darzulegen und kann auch bei volljährigen Arbeitnehmern, die bei ihren Eltern wohnen, nicht generell unterstellt werden. Durch diese Neuregelung ab 2014 ist die bis dato anders lautende Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs endgültig überholt. Eine finanzielle Beteiligung an den Kosten der Haushaltsführung mit Bagatellbeträgen ist nicht ausreichend. Beträgt die Kostenbeteiligung des Arbeitsnehmers mehr als 10 Prozent der monatlich regelmäßig anfallenden laufenden Kosten der Haushaltsführung (z. B. Miete, Mietnebenkosten, Kosten für Lebensmittel und andere Dinge des täglichen Bedarfs) ist von einer finanziellen Beteiligung oberhalb der Bagatellgrenze auszugehen.

Lediglich verheiratete Arbeitnehmer (Lohnsteuerklasse III, IV oder V), die gemeinsam mit dem Ehegatten eine Wohnung bezogen haben, sind von der Nachweisführung der finanziellen Beteiligung befreit.

1.3. Mittelpunkt der Lebensinteressen in der Hauptwohnung

Der Mittelpunkt der Lebensinteressen muss sich zwingend in der Hauptwohnung am heimischen Wohnort befinden, um die doppelte Haushaltsführung zu rechtfertigen.

Bei einem verheirateten Arbeitnehmer ist der Mittelpunkt der Lebensinteressen dort, wo der Ehepartner bzw. die Familie wohnt.

Bei ledigen Arbeitnehmern befindet sich der Mittelpunkt der Lebensinteressen an dem Wohnort, zu dem die engeren persönlichen Beziehungen bestehen. Die persönlichen Be­ziehungen können ihren Ausdruck besonders in Bindungen an Personen, z. B. Eltern, Ver­lobte, Freundes- und Be­kanntenkreis, finden, aber auch in Vereinszugehörigkeiten und anderen Aktivitäten.

Wichtig: Gerade bei ledigen Arbeitnehmer setzt die Finanzverwaltung hier oft den Hebel an. Wird nämlich der Lebensmittelpunkt der Zweitwohnung zugeordnet, führt dies zum vollständigen Verlust der möglichen Steuererstattung.

2. Zweitwohnung

Als Zweitwohnung am auswärtigen Beschäftigungsort kommt jede dem Arbeitnehmer entgeltlich oder unentgeltlich zur Verfügung stehende Unterkunft in Betracht. Neben der klassischen Mietswohnung kommen hier z. B. auch eine Eigentumswohnung, ein möb­liertes Zimmer, ein für einen längeren Zeitraum gebuchtes Hotelzimmer oder bei Solda­ten die Unterkunft in der Ka­serne in Betracht.

Das Beziehen der Zweitwohnung muss durch die berufliche Beschäftigung ver­anlasst sein. Die Zweitwohnung muss sich dabei in der Nähe zum Beschäftigungsort befinden, (grundsätzlich) maximal bis zur Hälfte der Entfernung zwischen der Hauptwohnung und dem Beschäftigungsort. Beispiel: Die Entfernung zwischen der Hauptwohnung und dem Beschäftigungsort beträgt 120 km. Die Zweitwohnung darf sich (grundsätzlich) bis zu 60 km vom Beschäftigungsort entfernt befinden.

Eine beruflich veranlasste doppelte Haushaltsführung liegt auch dann vor, wenn der Lebensmittelpunkt aus privaten Gründen vom Beschäftigungsort wegverlegt wird und die bisherige Woh­nung am Beschäfti­gungsort aus beruflichen Gründen als Zweitwohnung genutzt wird (sog. Wegverlegungsfälle).

Hinsichtlich der Thematik "Zweitwohnsitzsteuer" verweisen wir auf folgende hilfreiche Website: www.zweitwohnsitzsteuer.de

Die 15 häfigsten Fragen zur doppelten Haushaltsführung

1. Was zählt zur doppelten Haushaltsführung bzw. wann liegt eine doppelte Haushaltsführung vor?

Eine doppelte Haushaltsführung liegt vor, wenn der Arbeitnehmer außerhalb des Ortes seiner ersten Tätigkeitsstätte einen eigenen Hausstand unterhält und auch am Ort der ersten Tätigkeitsstätte wohnt (§ 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 5 Satz 2 EStG).

Kurzum: Der Arbeitnehmer unterhält aus beruflichen Gründen 2 Haushalte, einen am heimischen Wohnort und einen am auswärtigen Beschäftigungsort. Der Haushalt am auswärtigen Beschäftigungsort (= der doppelte Haushalt) kann steuermindernd abgesetzt werden.

2. Was ist der Grund für eine doppelte Haushaltsführung?

Die Entfernung zwischen dem heimischen Wohnort und der ersten Tätigkeitsstätte ist zu groß, um arbeitstäglich zu pendeln. Daher wird am Beschäftigungsort eine Zweitwohnung angemietet bzw. gekauft.

3. Welches Finanzamt ist bei einer doppelten Haushaltsführung zuständig?

Bei einem ledigen Steuerpflichtigen das Finanzamt am Beschäftigungsort, bei einem verheiratetem Steuerpflichtigen das Finanzamt am eigenen Hausstand.

4. Wo trage ich die doppelte Haushaltsführung ein?

Auf der Seite 3 der Anlage N.

5. Wie lange kann die doppelte Haushaltsführung abgesetzt werden?

Sofern die Voraussetzungen dafür vorliegen grundsätzlich unbegrenzt. Die frühere Befristung auf 2 Jahre wurde aufgehoben.

6. Was sind die Voraussetzungen für eine doppelte Haushaltsführung?

Ein eigener Hausstand am heimischen Wohnort und eine Zweitwohnung am auswärtigen Beschäftigungsort. Alle Informationen werden hier ausführlich erklärt.

7. Muss am eigenen Hausstand eine Kostentragung vorliegen?

Seit dem Veranlagungszeitraum 2014 zwingend ja.

8. Welche Kosten können bei einer doppelten Haushaltsführung steuermindernd abgesetzt werden?

Fahrt- und Verpflegungskosten, Kosten für die Zweitwohnung sowie Umzugskosten. Alle Kosten werden hier ausführlich erklärt.

9. Wie viele Heimfahrten können bei einer doppelten Haushaltsführung angesetzt werden?

Maximal eine Heimfahrt pro Woche. Pro Jahr demnach 46 Heimfahrten, da das Finanzamt von 6 Wochen Urlaub ausgeht (= 52 Wochen abzüglich 6 Wochen = 46 Heimfahrten).

10. Was ist eine Familienheimfahrt?

Eine Familienheimfahrt ist eine Fahrt vom Beschäftigungsort zum eigenen Hausstand und wieder zurück zur Beschäftigungswohnung.

11. Wo ist der Haupt- und wo der Nebenwohnsitz zu erklären?

Bei einem verheirateten Steuerpflichtigen ist der Hauptwohnsitz am heimischen Wohnort, bei einem ledigen Steuerpflichtigen ist der Hauptwohnsitz am Beschäftigungsort anzumelden.

12. Ist die Wohnsitzmeldung für eine doppelte Haushaltsführung von Relevanz?

Grundsätzlich nein, da das Steuerrecht nicht auf die Wohnsitzmeldung, sondern auf den Lebensmittelpunkt abstellt.

13. Gibt es länderübergreifend einen (melderechtlichen) Haupt- und Nebenwohnsitz?

Nein, in beiden Ländern ist jeweils ein Hauptwohnsitz zu melden.

14. Kann auch länderübergreifend eine doppelte Haushaltsführung begründet werden?

Ja.

15. Wie hoch ist die Steuerentlastung durch die doppelte Haushaltsführung?

Hängt von der Höhe der Aufwendungen sowie vom persönlichen Grenzsteuersatz ab. Für eine erste grobe Berechnung können Sie unser Berechnungstool nutzen.